Praxis für Lebenskraft
Mag. Karin Gillesberger - Klinische und Gesundheitspsychologie, Komplementäre Methoden

Affirmationen (Hilfreiche Sätze) - Nutzen Sie die Kraft der Gedanken

Stellen Sie sich vor, Sie gießen eine Pflanze. Jeden Tag. Mehrmals pro Tag. Tropfenweise -aber leider mit einer für die Pflanze schädlichen Substanz, obwohl Sie dies wissen oder vielleicht ist es Ihnen sogar nicht richtig bewußt. Wie dem auch sei, die negative Wirkung bleibt. Diese Pflanze verkümmert nicht schlagartig, aber irgendwie... Wirklich gut geht es ihr auch nicht. Manche unserer Denkmuster funktionieren ähnlich: Sie tun uns nicht gut, dennoch glauben wir, dieses oder jenes nicht zu schaffen, nicht gut genug zu sein, wir zweifeln uns an oder verurteilen eine Situation, die aber ohnehin schon da ist. Der Kopf geht dann oft in den "Autopilot" und denkt immer wieder - oft kurz, fast unmerkbar, aber doch vorhanden - spontane Sätze wie "Das packe ich nicht", "Ich bin nicht gut genug" oder "Das wird eh nix, ich lasse es besser gleich bleiben". Ein Gedanke für sich ist kein Problem - aber steter Tropfen höhlt den Stein. Wer regelmäßig negativ oder ungünstig über sich oder bestimmte Themen denkt, handelt ein wenig wie der Blumengießer oben.

Natürlich wäre es besser, die Pflanze erst gar nicht mit dieser schädlichen Flüssigkeit in Berührung zu bringen bzw. keine negativen Gedanken zu haben. Aber das schafft man vielleicht nicht immer, und dann ist es ein guter Schritt, der Pflanze ein "Gegenmittel" zu verabreichen - bzw. sich selbst alternative Gedanken zu holen, um einen Ausgleich auf der "Gedankenwaage" zu erreichen, zumindest aber, um das Ungleichgewicht zu entschärfen.

Ein anderes Beispiel: Auf einer Seite einer Gedankenwaage liegen viele, viele schwarze Kieselsteinchen - also dunkle, unangenehme Gedanken, die Angst machen, verunsichern oder uns auf andere Art hemmen. Diese wurden über einen langen Zeitraum immer wieder gedacht und haben sich so einen festen Platz auf der Gedankenwaage gesichert. Legt man nun weiße Kieselsteinchen auf die andere Seite der Waage, so verschwinden die schwarzen möglicherweise nicht oder nicht sofort, es kann sich aber ein Gleichgewicht einstellen oder zumindest eine Annäherung statttfinden.

Dabei sollte es nicht darum gehen, sich selbst anzulügen, sondern wirklich akzeptable Sätze zu finden, die man entweder bereits in Ansätzen verinnerlicht hat (das ist eine gute Basis) oder die man für sich selbst als erreichbares und sinnvolles Wunschziel sieht.

Wieviele hilfreiche Sätze sollte man einsetzen? Ich empfehle meist einen, manchmal zwei, selten drei Sätze gleichzeitig . Diese könnten folgendermaßen lauten:

  • Eins nach dem Anderen, Schritt für Schritt wird ein Ganzes daraus. Dieses Thema gehe ich mit Ruhe an.
  • Ich entscheide mich bewußt dafür, jeden Tag ein wenig gelassener zu werden.
  • Ich mag mich und nehme mich so an, wie ich bin, mit all meinen Facetten (Seiten), mit meinen starken und meinen schwachen Seiten. Ich bin ich und das ist gut so.
  • Ich nehme die Unterstützung anderer an.
  • Ich beachte meine Gedanken und Gefühle, denn sie sind mir aufschlußreiche Wegweiser.
  • Ich gebe, was ich gut geben kann und will, achte aber auch verantwortungsvoll auf mich und respektiere meine gesunden Grenzen.


Affirmationen reichen möglicherweise nicht für jedes Denkmuster oder für jede Situation aus - aber sie können einen Schritt in die richtige Richtung darstellen - und die Pflanze aus dem Beispiel kann sich erholen und stetig wachsen.

Am besten notieren Sie sich die hilfreichen Sätze und plazieren sie an einer Stelle, die Sie nicht "übersehen" können - wie auf dem Badspiegel, auf dem Kühlschrank oder im Münzfach ihrer Geldbörse. Lesen Sie sie ein paar Mal am Tag und geben sich die Chance, sich selbst in einem anderen Licht zu sehen.

(Karin Gillesberger)




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